Vor vierzig Jahren hatte in der Schweiz noch jeder zweite Haushalt Kinder. Heute sind es weniger als ein Drittel aller Haushalte. Das Fehlen von geeigneten Betreuungsangeboten ist für viele Paare ein Grund, keine Kinder zu bekommen.
In den meisten Familien mit schulpflichtigen Kindern gehen heute beide Elternteile ganz oder teilweise einer Erwerbstätigkeit nach. So ist der Anteil erwerbstätiger Frauen mit Kindern bis 14 Jahren schweizweit in den letzten zehn Jahren auf über 70% gestiegen. Da gleichzeitig die Betreuungsquote der Kinder durch die Väter nicht in gleichem Masse gestiegen ist, sind viele schulpflichtige Kinder häufig nicht betreut. Weniger Betreuung ich meist gleichbedeutend mit weniger Anregung und Förderung, was in der Schule zu grossen Unterschieden führt. Kinder aus bildungsfernen Familien mit wenig Unterstützung oder fehlender Betreuung im Elternhaus haben mehr Mühe, ihre Lernziele zu erreichen, als andere Kinder.
Weniger Betreuung bedeutet für die Kinder auch die Gefahr der Vereinsamung und Verwahrlosung.
Auch aus Sicht der Volkswirtschaft sind schulergänzende Betreuungsangebote zunehmend eine Notwendigkeit. Der rasche gesellschaftliche Wandel und die vielfältigen Veränderungen in der Berufs- und Arbeitswelt führen dazu, dass immer mehr Frauen ihren Beruf ausüben und erwerbstätig sein wollen oder müssen. Eltern, die ihre Kinder in guter Obhut wissen, sind konzentrierter und sicherer am Arbeitsplatz. Sie erzielen einerseits in der Zwischenzeit ein Einkommen, das sie versteuern müssen, andererseits können sie ihren Beruf trotz Familie weiterhin voll- oder teilzeitlich ausüben und bleiben so der Wirtschaft als Arbeitskräfte erhalten.
Aufgabe von Politik und Wirtschaft ist es, diesen Frauen den Berufsanschluss zu erleichtern und gleichzeitig die Betreuung ihrer Kinder zu gewährleisten.
Ziel
Schulergänzende Betreuungsangebote ermöglichen es jungen Müttern und Vätern, ihre gewünschte Familienform stressfrei zu leben. Eltern, die Familie und Beruf in befriedigender Weise verbinden können, kümmern sich entspannter um ihre Kinder und sind dadurch zufriedenere Eltern.
Der Kanton Luzern hat sich zum Ziel gesetzt, innert 5 Jahren flächendeckend schulergänzende Strukturen aufzubauen und sieht dabei verschiedene Varianten vor.
Die Stiftung «Wirtschaft + Familie – Bessere Berufsperspektiven für junge Eltern» will diese Zielsetzung aktiv mit der Unterstützung von Projekten gemäss dem Modell «Schule und Betreuung» fördern und vor allem die Realisierung der Betreuungselemente mit privaten Institutionen anregen. Ziel der Stiftung ist es, dass Interessierte nicht jedes Mal das Rad neu erfinden müssen, sondern von konkreten und praxisnahen Vorgaben ausgehen können.
Unser Motto lautet: «Sozial denken, unternehmerisch handeln» (im Sinne eines «Social Entrepreneur»). Deshalb wollen wir beim Aufbau von Tagesstrukturen Unternehmergeist und Privatinitiative fördern. Wir wollen der Öffentlichkeit aufzeigen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen und Gemeinden darstellt und deshalb Tagesstrukturen für die Wirtschaft wichtig sind. Familienfreundlichkeit soll zum Markenzeichen der Luzerner Wirtschaft werden.